Coverentwurf zu "Dirty Dancing"

"Dirty Dancing"


Das Album zur Hamburger Bühnenproduktion ist erhältlich



Nachdem der Veröffentlichungstermin zur Hamburger "Dirty Dancing"-Einspielung verschoben worden war, ist die Cast-Aufnahme zum Bühnenstück von Eleanor Bergstein nun auf dem Markt.

Auf 25 Songs verspricht die CD alle Songs aus der Hamburger Show, und so beginnt das Album mit "Der Moment ist magisch". Dabei hat man für Live-Atmosphäre gesorgt und sogar den Hinweis auf das Ausschalten der Handys mit auf die Aufnahme gepackt! Ein wenig befremdlich wirkt das im heimischen Wohnzimmer schon, aber wenn man sich weiterhin wie im Theater fühlen darf, dann sei's drum...

Was den Zuhörer erwartet, entpuppt sich aber als ziemlich mißglückte Aufnahme, die nur eingefleischten Fans der Bühnenshow gefallen dürfte. Sie beinhaltet eine Mischung aus Songs des Original-Filmsoundtracks, die in der Bühnenversion als Playback eingespielt werden, und auf der Bühne live performten Songs. Zu den Playbacks gehören z. B. "Wipe Out", "Hungry Eyes", "Hey! Baby", "Cry To Me" oder auch "You Don't Own Me", das im Stück in einer Version von Lesley Gore, im Original-Soundtrack dagegen als '63er-Aufnahme der "Blow Monkeys" vorkommt.

Auf den Patrick Swayze-Hit "She's Like The Wind", den man in der Bühnenfassung zumindest noch als Instrumentalversion zu hören bekommt, muß man auf dem "Dirty Dancing"- Castalbum komplett verzichten.

Die Originalplaybacks auf dem Album und auch die spezifischen Songs der Live-Show beinhalten oftmals Dialogfetzen aus der Show, die völlig deplaziert wirken. Die CD ist so abgemischt, daß man meint, die Darsteller würden ihre uninspiriert vorgetragenen Texte aus allernächster Nähe ablesen, während die zugehörige Musik weit entfernt zu spielen scheint. Man hat dadurch eher den Eindruck, einem schlecht produzierten Hörbuch als einer Musicalproduktion zu lauschen. Das Live-Feeling, das man nach dem ersten Stück noch erwartete, ist bis dahin längst verloren gegangen, da hilft es auch nichts, wenn ab uns zu Applaus ein- und ausgefadet wird.

Neben den Darstellern, darunter Ina Trabesinger ("Baby" Houseman) und Martin van Bentem (Johnny Castle), der das wohl emotionsloseste "Mein Baby gehört zu mir!", das es je gab, zu Gehör bringt - für "Dirty Dancing"-Unkundige: es ist einer der Schlüsselsätze - sind einige der Ensemble-Mitglieder auch gesanglich präsent. Dazu kommen noch Gesangssolisten wie Sabrina Weckerlin, Lemuel Pitts, Oceana Mahlmann und Marc Seitz.    

Sabrina Weckerlin und Lemuel Pitts präsentieren mit ihrem fetzigen "Yes", zu dem die neunköpfige Live-Band, die auch auf der Aufnahme zu hören ist, ordentlich beitragt, ein Highlight der CD. Da kommt man einmal in Tanzlaune.
Die beiden Solisten samt Band präsentieren auch den Schlußtitel "(I've Had) The Time Of My Life", der ihnen aber weniger peppig als live on stage gelingt.

Fazit: Die Hamburger "Dirty Dancing"-Castaufnahme erscheint trotz ihrer langen Produktionszeit wie flüchtig zusammengeschustert. Lust auf die Bühnenshow macht sie kaum. Nur für Hardcore-Fans!


"Dirty Dancing - Das Original Live On Stage"
von Eleanor Bergmann
CD 82876 88048 2
SONY/BMG - Ariola
VÖ am 27.10.2006
Online bestellbar ist die CD zum Beispiel bei Amazon.


Links:
www.stage-entertainment.de
www.sonybmg.de


Claudia Bauer-Püschel
  (30.10.2006)