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„Gustav Klimt - Das Musical“
Kunst-volle Welturaufführung bei den Festspielen Gutenstein
Wie bereits im letzten Jahr mit „Tutanchamun“ (Musicals Unlimited berichtete), feierte man bei den Festspielen im österreichischen Gutenstein in diesem Sommer eine weitere Welturaufführung. Vom 02. Juli bis zum 09. August 2009 widmete sich die Bühne mit dem Musical „Gustav Klimt“ ganz der Kunst.
Wie das Vorjahresmusical stammt „Gustav Klimt“ aus den Federn von Gerald Gratzer (Musik), Sissi Gruber & Niki Neuspiel (Buch) sowie Birgit Nawrata, die gemeinsam mit Sissi Gruber für die Lyrics gesorgt hat.
Regie geführt hat wie im letzten Jahr Dean Welterlen (Assistenz und Abendregie 2009: Sissi Gruber); Cedric Lee Bradley zeichnet für die Choreografie verantwortlich; das Bühnenbild hat Eduard Neversal entworfen, die Kostüme Uschi Heinzl. Herwig Gratzer leitete die musikalische Einstudierung.
Das Lichtdesign stammt von Richard Frank, das Sounddesign von Niki Neuspiel. Die Entwürfe der Maske sind von Monika Krestan. Norbert & David Wuchte haben die 3D-Animationen für „Gustav Klimt“ entwickelt.
„Gustav Klimt - Das Musical“ zeigt dem Publikum die Lebensgeschichte des Wiener Malers mit ihren Höhen und Tiefen. Ähnlich wie bei Kunze/Levays „Mozart!“ ist neben realistischen Personen eine Kunstfigur auf der Bühne, die Klimts schöpferischen Drang verkörpert („Genius“) und sowohl Segen, als auch Fluch bedeutet...
Auf der Bühne waren u.a. folgende Darsteller zu sehen:
Gustav Klimt: André Bauer
Emilie Flöge: Sabine Neibersch
Helene Flöge: Barbara Obermeier
Franz Matsch: Lucius Wolter
Ernst Klimt: Thomas Smolej
Mizzi Zimmermann: Lisa Habermann
Genius: Dana Harbauer
Kolo Moser: Harald Tauber
Kunstminister Wilhelm August von Hartel: August Breininger
Die Musicals Unlimited-Kurzbewertung des Stücks:
Musik: durchdachte Musicalpartitur, jedoch ohne Ohrwurmqualität; Instrumental-Playbacks und Live-Gesang
Buch: intelligent, mit vielen Sachinformationen und teils bissigen Dialogen, wenige Längen - vor allem für Kunstliebhaber ein Genuss
Liedtexte: zwischen poetisch und platt, größtenteils ordentliche Lyrics, die viel Inhalt bieten - aufmerksames Zuhören ist angesagt!
Regie: überwiegend klar verständlich; die Sterbeszene Klimts beeindruckt durch ihre Umsetzung
Choreografie: ausdrucksstarker Tanz für die Rolle des Genius; Tanz, gleichzeitiger Gesang dieser Figur + Präsenz der Titelfigur Klimt sind zuviel des Guten und rauben dem Tanz einen Teil seiner Wirkung
Bühnenbild + Animationen: raffinierte Technik, die man so in einem Zelt kaum erwarten würde; dem Auge wird vor allem im 2. Akt viel geboten!
Kostümdesign: stilvoll, mit Flair und edel
Darsteller: durchweg passend besetzt; André Bauer zeigt als Gustav Klimt viele Facetten
Fazit: „Gustav Klimt“zeigt noch mehr Reife als die Vorjahresproduktion „Tutanchamun“. Das neue Stück hat viel Wiener Lokalkolorit. Sich vorweg schon einmal mit dem Maler Klimt befasst zu haben, eröffnet dem Zuschauer sicher eine tiefgründigere Perspektive. Von „Gustav Klimt - Das Musical“ wird man auf jeden Fall bestimmt noch hören!
cbp
(09.08.2009)



