Uraufführung des Symphonic-Rock-Musicals
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![]() Schlussszene: Alle greifen nach der Macht des Rings Fotos: Claudia Bauer-Püschel |
Am
Sonntag, den 16.12.2007 wurde an der Oper Bonn das neue Musical "DER
RING" uraufgeführt. Musik und Konzept des Stücks sind von
Frank Nimsgern, das Buch wurde von Daniel Call
geschrieben.
einige Vereinfachungen
nötig sind, versteht sich von selbst. So wurde die Anzahl der
Hauptpersonen auf vier reduziert: Wotan (Karim Khawatmi),
Alberich
(Darius Merstein-MacLeod), Brunhild (Aino Laos) und
Siegfried (Marcus
Hezel). Dazu kommen dann noch vier Rheintöchter (Judith
Jakob,
Michaela Kovarikova, Stephanie Theiß und Maricel);
die restlichen
Figuren werden vom Tanzensemble und Statisten dargestellt.
erläutert,
dass
die Ursache dafür der von den Göttern geschmiedete Ring der
Macht ist, der die Menschen mit Gier erfüllt. (Ähnlichkeiten
mit J.R.R. Tolkiens "Herr der Ringe" sind dabei weder zufällig
noch unbeabsichtigt...) Um die Lage zu beruhigen, versteckt
Göttervater Wotan den Ring mitsamt einem Goldschatz im Rhein und
lässt ihn dort von vier seiner Töchter bewachen. Der Ring ist
jedoch kein völlig unbeseelter Gegenstand, sondern will benutzt
werden; darum lockt er mit Hilfe eines Hechts den angelnden Zwerg
Alberich in den Rhein zu den Wächterinnen des Rings.
Alberich
gelingt es, von den eher unbedarften Rheintöchtern (O-Ton Frank
Nimsgern: "... nicht gerade die Erfinder des tiefen Tellers...") das
Geheimnis des Rings zu erfahren: Wer ihn besitzen will, muss für
immer auf Liebe verzichten. So ergreift Alberich Besitz vom Ring und
wandelt sich vom kurzbeinigen Zwerg zum stattlichen Alleinherrscher.
Zeitraum von 500 Jahren
erbaut
haben, auftauchen und ihren Lohn einfordern. Die erste Forderung, die
Verheiratung eines der Riesen mit einer seiner (Rhein-)Töchter,
lehnt Wotan ab. Ersatzweise will er die Riesen mit dem Rheingold und
dem Ring der Macht ausbezahlen. Erbost muss er aber erfahren, dass
Alberich sich den Ring und das Gold angeeignet hat, und so steigt er
verkleidet als Mensch auf die Erde hinab, um Alberich die Schätze
wieder abzunehmen.
und zieht sich - durch die Tarnkappe in einen
Drachen verwandelt
- in eine Höhle zurück, um dort Schatz und Ring zu bewachen.
wenn er die Geschehnisse in der Welt weiter
ignoriert.
Wutentbrannt beschließt Wotan daraufhin, zur Erde hinabzusteigen.
sie sich spielerisch gegenseitig den Ring zuwerfen, ist er
auf einmal verschwunden, nur um im nächsten Augenblick als Phantom
in der Luft über der Bühne hängend zu
erscheinen. Alle,
auch Siegfried und Brunhild, strecken ihre Arme nach dem unerreichbaren
Ring, während das Publikum im großen Bühnenspiegel sich
selbst sieht - die Gier nach Macht läßt sich nicht
endgültig überwinden, jeder läuft Gefahr, dieser
Versuchung immer wieder von Neuem zu erliegen.
könnte: Der
übermächtige, alleinerziehende (Proleten-)Vater "Wotan
2" (Volker Hoeschel) liebt seine Tochter "Brunhild 2" (Hanna
Bonhoeffer) zwar, will aber nicht zulassen, dass sie erwachsen wird
und
sich von ihm löst. Seine Liebe schlägt in Gewalt um. Davor
flüchtet sie
zunächst in die Sagenwelt ihrer Kindheit - die Haupthandlung des
Stücks. Diese Kindheit steht personifiziert auf der Bühne
(Leonie Groß) und liest zur Stimme des Erzählers aus
dem
oben erwähnten Buch. Auch ihr kindlicher Spielkamerad "Siegfried
2" (Till Kramer) erscheint auf der Bühne, erinnert an
glückliche Spiele der Kindheit und symbolisiert gleichzeitig die
Sehnsucht nach einem Partner im späteren Erwachsenendasein. Muss
sich "Brunhild 2" zunächst der Gewalt ihres Vaters beugen, so
verliert jener doch letzendlich seine Macht über sie. (Parallel
zur
Niederlage Wotans gegen Siegfried betrinkt er sich bis zur
Bewusstlosigkeit). Eine
der stärksten und berührendsten Szenen des "RINGs" ist dann
Wotans Tod: Während Brunhild um ihren Vater trauert, schickt
"Brunhild 2" ihr kindliches Ich von der Bühne. Am
Ende des Stücks steht sie dann als erwachsene,
emanzipierte Frau da.
Tulpe" finden sich häufig im Text. Als
einziges
Mitglied des Kreativteams war Daniel Call übrigens bei keiner
Presseprobe dabei
und blieb auch der Premiere fern.
haben sie allemal! Ein Wermutstropfen ist,
dass
man
fast immer Aino Laos' Stimme auf den Background-Playbacks
heraushört. - Da
muss
es doch noch jemand anderen geben, den man aufzeichnen kann...
Hardy
Fischötter).
Zusätzlich wird noch
einiges aufgezeichnetes Material eingespielt (French Horn: Steve Grant,
Posaune: Jan Kamp, Trompete: Achim Schneider, Cello: Michel Lescontes).
Die komplizierte tontechnische Umsetzung des Stücks (Ton: Stephan
Mauel)
hatte bei der Premiere noch einige kleinere Pannen, die mit zunehmender
Routine sicherlich
verschwinden werden.
die von einem hochkarätigen Tanzensemble
umgesetzt
wird
(Franziska Ballenberger, Lucy Hickey, Kordula Kohlschmitt, Daniela
Rausch, Paul Cless, Justo Moret, Maik Müller, Adriano Sanzo und Will Sky. Auf Paul Cless darf man
außerdem als Zweitbesetzung für die
Rolle des
Siegfried gespannt sein.) Wie bei Marvin A. Smith üblich, werden
auch
die Statisten (Paul Billstein,
Janine Christof, Matthias Jochmann,
Chian Mildner, Valerie Potozki, Schirin Rikhtehgar, Ronja Schmidt,
Sarah Skutnik, Carolin Toelstede und Jonas Vogel) im Rahmen ihrer
Möglichkeiten in die Choreografie mit eingebunden.
man auf
der
Bühne
nur sehr selten zu sehen. Das Duell zwischen Wotan und Siegfried muss
sich vor keinem Hollywood-Film verstecken!
