Bereits eine gute Woche nach Beginn der Probenarbeit lud die Oper Bonn
die Presse am 7.11.2007 dazu ein, die laufende Arbeit am Rock-Musical
"DER RING" im Rahmen einer Arbeitsprobe zu beobachten. Im Anschluss an
die Probe erläuterte das Kreativteam, allen voran Komponist Frank
Nimsgern und Regisseur Christian von Götz, das Konzept
des neuen Stückes, das am Sonntag, den 16. Dezember 2007 an der
Bonner Oper seine Welturaufführung erleben wird.
Komponist Frank Nimsgern hat sich mit seinem neuesten Werk der
Herausforderung gestellt, Wagners umfangreichen Ring-Zyklus, welcher in
Bayreuth eine Gesamtaufführungslänge von bis zu 16 Stunden
erreichen kann, auf eine Musical-Dauer von zweieinhalb Stunden zu
komprimieren und dabei zusätzlich eine Vielzahl von Bezügen,
darunter Action- und Fantasy-Filme der letzten Jahre, einzuarbeiten.
Die Anzahl der Nibelungen-Charaktere wurde für das Musical
reduziert. So vereinen die vier Hauptrollen Brunhild, Siegfried, Wotan
und Alberich jeweils mehrere Sagengestalten in ihrer Figur.
Bei der Presseprobe wurden auf der Probebühne zwei Szenen aus dem
1. Akt präsentiert: In der ersten rebelliert Brunhild (Aino
Laos) gegen ihren Vater Wotan (Karim Khawatmi), der sie
daraufhin verstößt und in einen Feuerring verbannt, wo sie
schlafend auf ihren Retter warten muss.
Die zweite Szene zeigt den Zwerg Alberich (Darius Merstein-MacLeod),
der Siegfried (Marcus Hezel) als den perfekten Kämpfer aus
der Retorte erschafft - Frankenstein lässt grüßen - um
durch ihn an den vom Drachen bewachten Ring der Nibelungen zu kommen. Siegfried hat
allerdings einen eigenen Kopf und macht dies seinem "Vater" schmerzhaft
deutlich...
Man konnte auch in diesem frühen Probenstadium erkennen, dass die
Arbeit am RING den
Darstellern nicht nur schauspielerisch und gesanglich, sondern auch
körperlich einiges
abverlangt - das Stück ist reichlich mit Action-Szenen versehen.
Beim Interview, das im Anschluss an die Probe geführt wurde,
betonte Regisseur Christian von Götz seinen Anspruch, nicht nur
ein Action-Fantasy-Spektakel abzuliefern, sondern dem Stück auch
Tiefgang und Realitätsbezug verleihen zu wollen. Von Götz,
der als Regisseur gleichermaßen Musicals wie Opern inszeniert
(z.B. kürzlich "Capriccio" (Strauss) in Edinburgh und "Le Nozze di
Figaro" (Mozart) in Köln), arbeitete bereits beim Musical "POE" in
Saarbrücken und München mit Komponist Frank Nimsgern zusammen
und kennt von dort auch einen Teil der Cast. Dies wird Christian von
Götz nach eigener Aussage die Umsetzung seines Regiekonzeptes
erleichtern, wobei er offen ließ, wieviel spontanen Input er aus
dem Ensemble zulässt.
Komponist Frank Nimsgern möchte sich mit seinem Werk von den
Musicalproduktionen abheben, in denen nur Chart-Hits verarbeitet sind.
Dabei liegt ihm die "RING"-Thematik besonders am Herzen
- kein Wunder, denn als Sohn des Opernsängers Siegmund Nimsgern
ist er mit dem Stoff schon seit seiner Kindheit vertraut.
Das Bühnenbild von Heinz Hauser war zum Zeitpunkt der
Arbeitsprobe noch nicht zu sehen. Erste Eindrücke wurden aber durch eine
Serie von Fotos der Bühnenmodelle vermittelt, die den geplanten
Szenenablauf des Stücks dokumentierten. Das Publikum darf sich
demnach auf einige spektakuläre Licht-, Spiegel- und
pyrotechnische Effekte freuen. Trickreich wird zum Beispiel Siegfrieds
Kampf im Drachen in Szene gesetzt, und auch das Publikum soll
auf besondere Weise ins Stück einbezogen werden... (Mehr sei an
dieser Stelle nicht verraten.)
Für das im nächsten Jahr bereits fest geplante RING-Gastspiel
am Staatstheater Saarbrücken wird abzuwarten sein, wieviel von der
aufwändigen Technik sich dort umsetzen lässt.
Gegen Ende des Interviews stellte Musicals Unlimited die fast
schon obligatorische Frage: "Warum muss sich der Zuschauer dieses
Stück unbedingt ansehen?"
Regisseur Christian von Götz meinte dazu: "Das wird definitiv ein
Theatererlebnis, das man nie wieder so bekommen kann. Ich finde, dieses
urdeutsche Thema ist so unglaublich stark, wie es auf das doch eher
angelsächsisch geprägte Genre Musical trifft. Das ist so
eruptiv und explosiv! Und ich finde persönlich die Musik so
spannend; sie hat so eine tolle Handschrift. - Man muss das gesehen
haben!"
Komponist Frank Nimsgern betonte, dass für ihn ein großer
Reiz an "DER RING" der sei, dass sich die Kreativen sowohl im Opern-
als auch im Musicalgenre auskennen. Wagner, dessen Werk in Form
musikalischer Zitate ins Musical eingeflossen ist, werde mit
allergrößtem Respekt behandelt. Nimsgern versucht, mit
seinem RING geradezu, eine Brücke zwischen Opern- und
Musicalpublikum zu schlagen, einerseits junge Leute dazu zu bewegen,
sich vielleicht auch einmal mit Wagner zu befassen, andererseits dem
eingefleischten Opernbesucher eine intelligente junge Variante der
Ring-Thematik zu präsentieren.
Musicals Unlimited-Leser dürften auf jeden Fall auf Frank
Nimsgerns neues Werk, das u. a. mit Maricel und Michaela Kovarikova in
den Rollen der Rheintöchter und mit aus POE bekannten
Tänzerinnen und Tänzern (!) prominent besetzt ist, gespannt
sein!
Zum Schluss noch ein Zitat von Christian von Götz: "Hier wird so
der Bär steppen am 16.12.!"
Um unseren Lesern die
Wartezeit auf das Rock-Musical "DER RING" zu verkürzen, verlosen
wir 2 x 1 CD mit Musik von Frank Nimsgern. Wer an der Verlosung
teilnehmen möchte, sende bis spätestens 18.11.2007 eine
E-Mail mit dem Stichwort "Wartezeit" an verlosung@musicals-unlimited.net.
Vergesst nicht, Namen und Anschrift vollständig anzugeben! Es
entscheidet das Los.