"Bharati"-Plakat
Fotos, falls im Tooltip nicht anders angegeben: BB Promotion

Die Farbenpracht Indiens in der Kölnarena:

"Bharati - Auf der Suche nach dem Licht..."

Rheinisches Publikum feiert die berauschende Show




Indien und Bollywood sind "in"! Diese Welle der Begeisterung war auch bei der NRW-Premiere des Bühnenspektakels "Bharati - Auf der Suche nach dem Licht..." am vergangenen Montag (02.10.2006) in der Deutzer Kölnarena zu spüren. Neben traditionell gekleideten Inderinnen waren auch deutsche Frauen im Sari und mit Bindi auf der Stirn zu "Bharati" erschienen.

Produziert wurde die Show von Gashash Deshe, einem in der Showbranche seit über 20 Jahren vielseitig tätigen israelischen Juristen, der den indischen Subkontinent während eines fünfjährigen Aufenthalts dort bestens kennengelernt hat.

"Bharati" nimmt den Zuschauer mit auf eine faszinierende Reise durch die vielfältige Kultur, die Sitten und Gebräuche des traditionellen Indien und zeigt ihm zugleich die technologisch hochentwickelte, moderne Nation. Grundlage dieser Reise bildet folgende Handlung (Buch: Kamlesh Pandey): Der junge Ingenieur Siddharta (Gagan Malik), der in den USA westlich geprägt aufgewachsen ist und studiert hat, arbeitet in der Millionenstadt Varanasi an einem Kläranlagenprojekt für den Ganges. Für die Kultur seines Heimatlandes zeigt er keinerlei Interesse - bis er auf Bharati (bezaubernd: Bhavna Pani) trifft und sich in die wunderschöne Frau verliebt. Bharati bringt Siddharta die indischen Gepflogenheiten näher. Sie stellt das Synonym für indische Werte und Traditionen dar. Siddhartas Liebe zu Bharati muß jedoch Hindernisse überwinden, hat ihr Ziehvater die junge Frau doch bereits einem anderen versprochen. Siddharta besinnt sich auf seine Wurzeln und gewinnt am Ende den Kampf um Bharati. Die Heirat der beiden steht als Metapher dafür, daß Tradition und Moderne nicht unvereinbar sind.

Nach Sitte der Theaterstücke und antiker Sanskrit-Erzählungen wird das Publikum auch bei "Bharati" von einem Erzähler (mit charmantem niederländischen Akzent: Michel Sorbach), der jede Szene mit oftmals humorvollen, deutschsprachigen Texten erläutert, durch die Geschichte geführt. Die eigentliche Kernhandlung wird durch Musik und Tanz auf die Bühne gebracht. 15 Musiker mit typisch indischen Instrumenten wie Sitar oder dem Saiteninstrument Sarangi und fünf Sängerinnen und Sänger (Hricha Mukherjee, Ronkini Gupta, Vidhi Sunil Mehta, Zoheb Ahmed, Rahul Saxena) bieten rund zwei Stunden lang live die eigens für "Bharati" neu arrangierten und aktualisierten indischen Volkslieder und Filmmusikhits dar (Musikalische Leitung und Arrangements: Eyal Sela, Prakash Patel, Sajjad Ali). Auch in der Musik spiegelt sich das alte und das neue Indien wider und bildet eine akustisch perfekte Symbiose.
Auch auf der technischen Seite gibt es nichts auszusetzen; das Sounddesign von Gideon Kapan brachte die Show in der Kölnarena tadellos herüber.

Hin- und mitreißend vertanzt werden die Rhythmen und Melodien vom 60-köpfigen "Bharati"-Ensemble, das in einer Casting-Tour durch mehrere indische Städte aus einigen tausend Bewerbern ausgewählt wurde (Dance Captains: Pravin Shelar, Reshma Mohamed Yusuf Shaikh). Die Tänzerinnen und Tänzer überzeugen durch ein hohes Maß an Synchronität, ihre anmutigen Bewegungen bzw. ihre akrobatischen Einlagen. Die effektvollen Choreographien hierfür schuf Jojo Khan, der gemeinsam mit der aus Israel stammenden Shirili Deshe auch Regie geführt hat. Zusätzliche Choreographien wurden von Remo D'Souza, Raju Sundaram und Ganesh Acharya, drei in der indischen Filmindustrie namhaften Choreographen, entwickelt.

Neben den beiden Hauptdarstellern, der Gewinnerin des All India Dance Wettbewerbs Bhavna Pani als Bharati und des durch Werbespots, Musikvideos und der Wahl zum Mr. Photogenic 2004 in Indien bekannten Gagan Malik in der Rolle des Siddharta, stehen mit Mangesh Nikam als Bharatis Adoptivvater Domraja und Harikaran Sanaka als Raj zwei weitere in Indien nicht unbekannte Künstler auf der Bühne.

"Bharati" ist in erster Linie ein visuelles Spektakel, an dessen Erfolg der international renommierte Lichtdesigner Avi-Yona Bueno ebenso wie der Kostümdesigner Arjun Bhasin seinen Anteil hat. Überaus farbenprächtig kommt "Bharati" daher und lädt zum Schwelgen in wunderbaren Bildern ein. Ein wesentliches Element sind dabei auch die raffinierten Video- und Bildprojektionen, die durch eine Reihe von Film- und Animationsspezialisten geschaffen wurden.   

Fazit: Standing Ovations und ein Publikum, das zu indischen Rhythmen tanzt - so wurde das Musical "Bharati" in Köln begeistert aufgenommen.
"Bharati" verbindet großartige Tanzszenen, authentisch indische Musik und opulente Optik mit einem roten Handlungsfaden, der nicht immer ganz ausgereift erscheint - aber das tut der Produktion keinen Abbruch. "Bharati" bietet bunte Unterhaltung auf hohem Niveau, die auf lockere Art auch einen gewissen Bildungsanspruch erfüllt. Der Zuschauer erfährt durchaus einiges über Land und Leute. - Eine Kokosnuß zum Beispiel wird der "Bharati"-Besucher hinterher mit anderen Augen betrachten...

    
Ausführliche Informationen zu "Bharati", Tourneedaten und die Möglichkeit zur Online-Buchung gibt es unter www.bharati.de.
Noch ein Hinweis für Leser aus dem Rhein/Ruhr-Gebiet: Wer die "Bharati"-Vorstellungen am 02./03.10. in Köln verpaßt hat, hat im kommenden Jahr noch einmal Gelegenheit, die Produktion zu erleben: Vom 19. - 21. Januar gastiert "Bharati" in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen, vom 23. - 25. Januar 2007 ist die Show nochmals in der Kölnarena zu sehen.

Claudia Bauer-Püschel
(04.10.2006)