tribuene Berlin:

Erstes Box-Musical wird am 4. Oktober 2008 Premiere haben


 

Dieser Kampf ist eine Legende: vor 70 Jahren, am 22. Juni 1938, trafen sich Joe Louis und Max Schmeling zum Weltmeisterkampf im New Yorker Yankee Stadium. Aus diesem spannenden Stoff hat der Autor und Regisseur James Lyons gemeinsam mit dem Komponisten Paul Brown ein fesselndes Musical gemacht.

Der Kampf des Jahrhunderts erzählt die Geschichte von zwei Boxern, die plötzlich ins Rampenlicht der Weltpolitik geworfen werden. Max Schmeling, der ehrgeizige Junge aus der Uckermark, war schon im Berlin der 20er Jahre zum Idol geworden. Er verkörperte mit seinem schnörkellosen, modernen Box-Stil den Geist der "Neuen Sachlichkeit". Durch seine Ehe mit der Filmschauspielerin Anny Ondra wurden die beiden zum prominentesten Paar in Deutschland. Zum Liebling der Nazi-Machthaber wird Schmeling schlagartig 1936 mit seinem überraschenden 12-Runden Sieg über den als unbesiegbar geltenden "braunen Bomber", den schwarzen Amerikaner Joe Louis.

In dem von Rassentrennung und -hass geprägten Amerika hatten Schwarze kaum Chancen, Weltmeisterkämpfe zu bestreiten. Weiße Boxer weigerten sich oft, überhaupt gegen sie anzutreten. Joe Louis Barrow, ein armer Junge aus Detroit, schaffte es durch sein phänomenales Talent trotzdem ganz nach oben.

Als sich Schmeling und Louis 1938 zum Revanchekampf treffen, hat sich die Weltlage zugespitzt: Hitler ist in Österreich einmarschiert und bedroht die Tschechoslowakei. In dieser aufgeheizten Atmosphäre boxen die beiden jungen Männer im New Yorker Yankee Stadion vor 80.000 Menschen: Schmeling, inzwischen das Symbol eines verhassten Nazi-Regimes, und Louis, der Neger, der zum Verteidiger der Demokratie hochstilisiert worden ist. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt sitzen gebannt an ihren Rundfunkgeräten, als ob die Zukunft vom Ausgang dieses Kampfes abhängt. 

Louis' sensationeller Sieg, in weniger als zwei Minuten, wurde für viele Menschen zum Hoffnungsschimmer, dass auch Hitler besiegt werden könne. Die USA hatten ihren ersten schwarzen Helden, und taten dadurch einen ersten, zaghaften Schritt Richtung Gleichberechtigung der Rassen. Ein Weg, der vielleicht in der kommenden Präsidentschaftswahl seine Vollendung findet.
 

Mit: Gina Hudson (Marva Louis), Lada Kummer (Anny Ondra), Michael Starkl (Max Schmeling), Ricky Watson (Joe Louis), Jan-Andreas Kemna (Arthur Bülow), Daniel Pabst (Joe Jacobs), Richard McCowen (Jack Blackburn), David Schroeder (Sabri Mahir), William Ludwig (Damon Runyon)
 
Buch und Regie: James Edward Lyons                       
Musik / Liedtexte / Musikalische Leitung: Paul Graham Brown
Boxchoreografie: Francisco Sanchez
Ausstattung: Olga Lunow